Post beabsichtigt, Epsilon aus wirtschaftlichen Gründen in Presto und DMC zu integrieren
Trotz allen Bemühungen kommt Epsilon SA im momentan schwierigen Umfeld der Werbe- und Zeitungsbranche auf keinen grünen Zweig. Die Post beabsichtigt deshalb, ihre Tochterfirma bis 2022 in die beiden bestehenden Zustellorganisationen Presto-Vertriebs AG und Direct Mail Company AG (DMC) zu integrieren. Die Post wird für die geplante Integration bei den Mitarbeitenden ein Konsultationsverfahren durchführen. Unabhängig von der geplanten Integration setzt sich die Post für einen übergeordneten Branchen-GAV im Werbemarkt ein.
- Die Schweizerische PostLesezeit 3 Minuten
Stellenabbau
Das schwierige wirtschaftliche Umfeld in der Zeitungs- und Werbebranche äussert sich nicht nur in immer dünneren Printprodukten, sondern auch im Kostendruck, wenn es darum geht, Zeitungen in den frühen Morgenstunden sowie Werbeflyer und Prospekte tagsüber in die Haushalte zu tragen. Covid 19 hat die Situation in der Branche im letzten Jahr weiter verschärft: Die Anzahl von zugestellten Werbesendungen durch die Mitarbeitenden der Post ging gegenüber dem Vorjahr fast 14 Prozent zurück. Die Post hat sich entschieden, die defizitäre Konzerngesellschaft Epsilon AG mit Sitz in Genf in die Presto Presse-Vertriebs AG, Bern und in die Direct Mail Company AG, Basel zu integrieren. Dies soll im Jahr 2022 erfolgen. Damit werden Administrativ- und Strukturkosten gespart und die Zustellarbeitsplätze gesichert. Presto ist als Konzerngesellschaft darauf spezialisiert, abonnierte Zeitungen und Zeitschriften in den frühen Morgenstunden in die Haushalte zu bringen. Direct Mail Company (DMC) hat sich als Unternehmen in der Zustellung darauf fokussiert, Sendungen ohne Adresse wie Werbung, Flyer und Prospekte in die Haushalte zu tragen. Die 100prozentige Posttochter Epsilon vereint beide Tätigkeiten: Ihre Mitarbeitenden stellen Zeitungen und Werbesendungen in den Kantonen Genf, Waadt und Fribourg zu.
Stellenabbau in Führungsfunktionen wahrscheinlich unvermeidbar
Die beabsichtigten Veränderungen sind angesichts der wirtschaftlichen Situation von Epsilon SA notwendig. Betroffen von der Integration sind insgesamt 580 Mitarbeitende. Die Post wird alles daransetzen, dass möglichst alle Mitarbeitenden von Epsilon in den beiden anderen Firmen einen Vertrag angeboten bekommen. Die Post will mit der Integration in Direct Mail Company und Presto bestehende Arbeitsplätze sichern und das Geschäft konsolidieren. In den Führungsfunktionen und der Administration von Epsilon ist ein Stellenabbau wahrscheinlich nicht zu vermeiden. Die Post ist sich bewusst, dass die Konsequenzen für diese Mitarbeitenden einschneidend wären.
Das Konsultationsverfahren für eine mögliche Integration startet die Post noch in diesem Jahr. Dazu ist sie mit ihren Sozialpartnern im Austausch. Die Post wird deren Vorschläge so wie diejenigen der Mitarbeitenden gründlich prüfen. Die Post informiert im Laufe des Jahres, wie die nächsten Schritte einer möglichen Zusammenführung aussehen werden.