Post eröffnet eigenen IT-Entwicklungs-Standort in Portugal und sichert sich wichtiges IT-Know-how für ihre Weiterentwicklung
Die Automatisierung und Digitalisierung der Post steigen Jahr für Jahr. Gleichzeitig fehlen in der Schweiz zunehmend Informatik-Fachkräfte, der Kampf um die besten IT-Talente verschärft sich weiter. Das hat auch Folgen für die Post. Weil sie die nötigen IT-Fachkräfte in der Schweiz nicht mehr ausreichend rekrutieren kann, bleiben immer mehr Stellen unbesetzt. Die Post geht deshalb neue Wege: Sie baut in Portugal einen eigenen europäischen IT-Entwicklungs-Standort mit mittelfristig bis zu 120 zusätzlichen Mitarbeitenden auf. Sie verschafft sich so Zugang zum internationalen Arbeitsmarkt und sichert sich das notwendige Informatik-Knowhow für die Zukunft. Dadurch stellt die Post sicher, dass sie die Menschen und Unternehmen in der Schweiz auch künftig mit hochwertigen Logistik-Dienstleistungen und digitalen Angeboten versorgen kann. Der Schweizer Arbeitsmarkt ist und bleibt für die Post zentral, auch im IT-Bereich. Die Post verlagert keine IT-Stellen ins Ausland. Im Gegenteil: Die Post plant, bis 2030 auch in der Schweiz voraussichtlich 200 neue IT-Arbeitsplätze zu schaffen.
- Die Schweizerische PostLesezeit 5 Minuten
Der Schweiz fehlen bis 2028 rund 35 000 Informatik-Fachkräfte
Die Post passt sich den veränderten Bedürfnissen ihrer Kundinnen und Kunden an. Die Schweiz und ihre Unternehmen werden immer digitaler. Auch bei der Post basieren immer mehr Angebote, Prozesse und Arbeitsschritte auf Informationstechnologie. Die Post entwickelt zudem laufend neue digitale Dienstleistungen. Der Motor dieser rasanten Entwicklungen ist die Informatik-Abteilung der Post mit ihren rund 1300 Mitarbeitenden. Die Post hat eine der grössten Informatikabteilungen der Schweiz. Sie investiert viel in diesen Bereich, etwa indem sie die internen Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten ausbaut, mobiles Arbeiten fördert oder gezielt auf Diversität setzt. «Wir ziehen viele Register, um eine attraktive IT-Arbeitgeberin zu sein», sagt Wolfgang Eger, Leiter Informatik und Mitglied der Konzernleitung. «Trotzdem können wir offene Stellen oft erst nach langer Zeit oder nicht mehr ausreichend besetzen. Deswegen steigt das Risiko, dass uns mittel- und langfristig die nötigen IT-Ressourcen fehlen, um die Digitalisierung der Post planmässig umzusetzen», hält Wolfgang Eger fest. Und dies hätte nicht nur negative Folgen für die Post selbst. Es hätte auch negative Folgen für die Wirtschaft und die Bevölkerung in der Schweiz. Das gilt es zu verhindern. Deswegen sieht sich die Post gezwungen, neue Wege zu gehen.
Der Schweiz fehlen bis 2028 rund 35 000 Informatik-Fachkräfte
Tatsächlich waren Ende August 2022 bei der Post rund 70 Informatik-Stellen vakant. Die Neubesetzungen dauern zunehmend länger – für Datenspezialistinnen und -spezialisten oft über neun Monate. Eine Trendwende ist nicht in Sicht. Im Gegenteil: Der Mangel an Informatik-Fachkräften und der Kampf um die besten IT-Talente («War for Talents») verschärfen sich weiter. Laut Schätzungen fehlen in der Schweiz bis zum Jahr 2028 rund 35 000 Informatik-Fachkräfte. Dazu kommt, dass bei der IT-Abteilung der Post in den nächsten zehn Jahren rund 270 Pensionierungen anstehen. Und: Die Post will auch künftig in den wichtigen Know-how-Bereichen unabhängig von externen IT-Dienstleistern bleiben.