Gemeinsam mit der ETH Zürich die Route der Pöstlerinnen und Pöstler optimieren
Die Routenplanung der Post ist ein hochkomplexer Prozess mit zahlreichen Einflussfaktoren. Welche Fahrerin stellt Herrn Hubers Paket wann zu, und wann liefert welcher Fahrer das Paket bei Frau Meier ab? Mit solchen Fragen beschäftigen sich zahlreiche Mitarbeitende der Post aus unterschiedlichen Bereichen tagtäglich.
- Die Schweizerische PostLesezeit 6 Minuten

Fahrzeuge
Es geht nicht nur darum, die Pakete auf einzelne Fahrzeuge und Mitarbeitende aufzuteilen. Auch muss festgelegt werden, in welcher Reihenfolge die Zusteller und Zustellerinnen ihre Sendungen ausliefern. Weitere Faktoren, wie gewünschte Zustelltermine der Kundinnen und Kunden, Baustellen auf der Strasse und Verkehrslage, erschweren die Planung zusätzlich.
Um die Routenplanung technologisch weiterzuentwickeln und optimal an sich verändernde Bedingungen anzupassen, arbeitet die Post mit einem Forschungsteam der ETH Zürich zusammen. Wie diese Zusammenarbeit funktioniert und welchen Mehrwert sie bietet, erklärt Aurimas Vilkelis, der die bereichsübergreifende Kooperation verantwortet.
Aurimas, warum ist eine optimierte Routenplanung für die Post so wichtig?
Unsere Kundinnen und Kunden erwarten eine schnelle und zuverlässige Zustellung. Damit das gelingt, müssen wir die Routenplanung kontinuierlich verbessern. Dabei berücksichtigen wir viele Faktoren: zum Beispiel Verkehrsdaten, Zustellzeiten, die Erfahrung unserer Mitarbeitenden und deren Einsatzpläne. Je besser unsere Routenplanung ist, desto effizienter setzen wir Ressourcen ein und können flexibler auf Veränderungen reagieren.
Welche Vorteile bringt das konkret?
Eine effiziente Routenplanung reduziert die CO2-Emissionen und senkt die Transportkosten. Wenn wir zudem individuelle Kundenwünsche wie feste Zustellzeitfenster berücksichtigen können, profitieren am Ende alle: die Kundschaft, die Umwelt und die Post. Gleichzeitig leisten wir damit einen aktiven Beitrag an unserer Nachhaltigkeitsstrategie: klimaneutral werden im Betrieb bis 2030 und Nettonull über die gesamte Wertschöpfungskette bis 2040 erreichen.
Ihr habt euch für eine Zusammenarbeit mit der ETH Zürich entschieden. Warum?
Routenplanung ist seit über 100 Jahren ein Forschungsthema. Es gibt schon viele Erkenntnisse, aber auch noch viele offene Fragen – teils ganz grundlegende. Die eigentliche Schwierigkeit liegt nämlich nicht in der klassischen Fragestellung «Sendung von A nach B», sondern in der Vielzahl von Einschränkungen, die berücksichtigt werden müssen, um den gestiegenen Markterwartungen an Zustelldienstleistungen gerecht zu werden. Mit der ETH als Partnerin können wir wissenschaftliches Know-how in die Praxis bringen und zugleich der Wissenschaft praxisnahe Fragen stellen.