Lionels drei Wochen im Silicon Valley
Als einer der besten Informatik-Lernenden der Schweiz durfte Lionel Müller nach Kalifornien reisen. Zurück bei PostFinance erzählt er von Zeitdruck, bereichernden Begegnungen und dem Zusammenhalt in der Gruppe.
- Die Schweizerische PostLesezeit 4 Minuten

Lionel Müller
Lionel Müller ist zurück in der gelben Welt – bei PostFinance in Bern, wo er seine Informatik-Lehre macht. Wenige Tage zuvor hat er noch 9352 Kilometer entfernt an einer Applikation gefeilt. Denn Lionel war – zusammen mit 29 weiteren Schweizer Informatik-Lernenden mit Bestnoten – zu einem dreiwöchigen Berufspraktikum in Kalifornien eingeladen worden. Dieses wurde durch die Organisation Exchange Pro organisiert und durch Movetia, die nationale Agentur zur Förderung von Austausch und Mobilität im Bildungsbereich, mitfinanziert. Die Post beteiligte sich an den Teilnahmekosten von Lionel. Die Lernenden bearbeiteten in Gruppen je einen Kundenfall. Dabei standen sie miteinander in einem spielerischen Wettbewerb. Lionels Gruppe entwickelte eine App für einen Velo-Hersteller: «Die App hilft einem dabei, die Bewegungen auf dem Velo aufzuzeichnen, dieses besser einzustellen und dadurch zum Beispiel Schmerzen in den Knien zu vermeiden», so Lionel.

Mit Rückschlägen klarkommen
«Der Zusammenhalt in unserer Gruppe war sehr gut. Wir machten alles gemeinsam – entweder arbeiteten alle oder niemand.» In der ersten Woche wurde das Kundenbedürfnis besprochen, in der zweiten ein Prototyp technisch umgesetzt, in der dritten die Lösung verfeinert. Die Lernenden brachten unterschiedliche Stärken mit und teilten die Aufgaben beim Entwickeln der App entsprechend auf. Lionel übernahm vor allem den Designteil. «Ich konnte jedoch meine gesamten Erfahrungen aus der Basisausbildung bei der Post einbringen, vom Entwurf bis zur Programmierung der App. Und auch die Erfahrungen zu Teamarbeit auf Augenhöhe.» Anfangs achteten die Jugendlichen noch auf genügend Erholung – beim Sport, am Strand oder bei einem feinen Essen. Gegen Ende des Aufenthalts aber sassen sie von frühmorgens bis spätabends im 22. Stock eines Büroturms. «Der Zeitdruck war enorm», nennt Lionel eine der grössten Herausforderungen. Er und sein Team mussten auch ab und zu mit Rückschlägen klarkommen. «Wenn die Stimmung mal schlechter war, gab es zum Glück immer jemanden in unserer Gruppe, der einen kühlen Kopf bewahrte und die anderen wieder motivierte.»
