Sein Beruf? Profi-Fahrgast
Normalerweise soll niemand bei PostAuto wissen, wann er mitfährt. Wie ein Restauranttester testet Markus, getarnt als gewöhnlicher Fahrgast, die Servicequalität im öffentlichen Verkehr. Wir durften ihm ausnahmsweise über die Schulter blicken.
- Die Schweizerische PostLesezeit 4 Minuten

Lob für unser Fahrpersonal
Wenn Markus im Postauto mitfährt, gleicht er einem Vermieter bei der Wohnungsübergabe: Kritisch prüft er die Sauberkeit des Fahrzeugs, streicht mit dem Finger über die Haltestangen auf der Suche nach Staubresten und hält alles akribisch fest. Markus ist aber nicht einfach ein penibler Fahrgast, Markus ist Testfahrer für das Unternehmen ETC Solutions. Er und seine rund 60 Kolleginnen und Kollegen prüfen im Auftrag des Bundesamts für Verkehr (BAV) schweizweit öV-Unternehmen – unter anderem PostAuto. Wir hatten die seltene Gelegenheit, Markus auf seiner Tour zu begleiten. Unter einer Bedingung: Wir geben seine Identität nicht preis.
Markus’ Testreise beginnt 20 Minuten vor der Abfahrt am Bahnhof Bern. Seine Kriterienliste hier ist lang: Sind die Bänke im Wartebereich sauber? Funktioniert die Beleuchtung? Und der Billett-Entwerter? Das Smartphone führt ihn durch den standardisierten Fragebogen. Die Punkte, die Markus vergibt, spiegeln nicht sein eigenes Empfinden. Stattdessen basiert die Bewertung auf Richtlinien, die genau vorschreiben, welche Situation wie zu bewerten ist. Das soll ein Resultat liefern, das so objektiv und nachvollziehbar wie möglich ist, wie Projektleiterin Mirjam Birrer sagt.
Lob für unser Fahrpersonal
Pünktlich, 9:08 Uhr fährt der Kurs Richtung Zollikofen los. Markus ist wie immer vorne eingestiegen und hat den Fahrer auf die Probe gestellt: «Fahren Sie nach Herrenschwanden?» «Grüessech. Ja, auch nach Herrenschwanden.» Den ersten Test hat der Kollege am Steuer mit Bravour bestanden. Doch Markus behält ihn im Auge. «Ich habe in den acht Jahren im Job einiges erlebt: vom Chauffeur, der während der Fahrt ein SMS schreibt oder Billette verkauft, bis zu einem, der Schlangenlinien fuhr.» Das sei aber alles nicht in einem Postauto passiert, betont Markus und lobt die hohe Qualität der Postauto Fahrerinnen und Fahrer.
