In Richtung der Wohnhäuser. Unermüdlich erledigt Hocine eine Aufgabe nach der anderen. Z. B. öffnet er die Türen mit einem Code, wirft die Sendungen in die Briefkästen ein, klingelt, um für eingeschriebene Sendungen eine Unterschrift einzuholen, lässt bei Abwesenheit eine Abholungseinladung da oder scannt den Standort der Sendung ein (damit die betroffene Person sie verfolgen kann).
Dem Postboten begegnen unterwegs einige Bewohnerinnen und Bewohner. Die Stimmung ist warm und herzlich. In dieser Siedlung, in der nicht weniger als 104 Nationalitäten unter einem Dach zusammenleben, grüsst man sich. Manchmal muss man sich für ältere Menschen oder Personen mit Behinderung mehr Zeit nehmen.
«In Le Lignon haben wir eine sehr gute Beziehung zu unserer Kundschaft. Wenn wir hier sind, grüssen uns alle. Zum Jahresende bedanken sich die Bewohnerinnen und Bewohner bei uns für unsere Arbeit».
Hocine begegnet Antonio, der sich seit über 20 Jahren als Hauswart um die Gebäude 50 bis 53 kümmert. «Der Herr vom zehnten Stock hat heute seine Post nicht abgeholt», spricht ihn Hocine an. «Ich weiss, er musste ins Spital gebracht werden. Ich gebe die Post seinem Sohn, wenn ich ihn sehe». Solidarität und Hilfsbereitschaft sind in Le Lignon eine Selbstverständlichkeit.