Vor 100 Jahren eroberte das Postauto den Gotthard
Im Juni 1922 fuhren die ersten Postautos über den Gotthardpass. Auslöser für das legendäre Freizeitvergnügen war eigentlich eine Wirtschaftskrise, ähnlich wie jüngst bei Corona. Verkehrshistoriker Kilian T. Elsasser kennt die Hintergründe.
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19. Jahrhundert
Im 19. Jahrhundert bezwangen jährlich bis 60 000 Menschen mit der Postkutsche die wichtige Nord-Süd-Route über den Gotthard. Die Postkutschen bedienten den Gotthardpass insgesamt nur während 40 Jahren. Erst die 1882 eröffnete Gotthardbahn machte den Gotthard zur wichtigsten Alpentransversale. Dennoch ist der Postkutschenverkehr nicht vergessen gegangen. Rudolf Koller verewigte die Postkutsche 1873 mit seinem Bild «Gotthardpost», das heute im Kunsthaus Zürich hängt. Die Periode des spektakulären Postkutschenverkehrs von Flüelen nach Camerlata bei Como lebt aber nicht nur in der Erinnerung weiter. Im Sommer fährt jeweils eine von einem Verein betriebene historische Postkutsche Touristen über den Pass. «Und in keinem der regelmässig durchgeführten Freilufttheater in Andermatt und Göschenen darf die Postkutsche fehlen», sagt Verkehrshistoriker und Gotthard-Kenner Kilian T. Elsasser.
Armeelastwagen werden zu Postautos



