E-Voting der Post geht in nächste Entwicklungsphase
Unabhängige Expertinnen und Experten aus der ganzen Welt prüfen seit vergangenem Jahr das E-Voting-System der Schweizerischen Post auf Herz und Nieren: Rund 130 eingegangene Analysen und Befunde zu den öffentlich aufgelegten Systemdokumenten tragen dazu bei, dass in der Schweiz ein E-Voting der neuesten Generation entsteht. Jetzt liegen auch die ersten Ergebnisse der Prüfberichte mandatierter Experten durch den Bund vor. Die Prüfberichte stellen dem System der Post grundsätzlich ein gutes Zeugnis aus. Sie zeigen aber auch auf, wo das System vor dem Einsatz noch klarer dokumentiert und optimiert werden kann. Damit geht das Projekt der Post in die nächste Entwicklungsphase.
- Die Schweizerische PostLesezeit 3 Minuten
Grosses Echo mit rund 130 Inputs
Seit Anfang 2021 steht die Beta-Version des E-Voting-System der Post auf dem Prüfstand weltweiter Experten.
Die Post hat die Fachwelt der Kryptographie und die ethische Hackerszene eingeladen, die öffentlich aufgelegten Dokumente der einzelnen Systemkomponenten eingehend zu prüfen und Analysen, Befunde und Verbesserungsvorschläge einzureichen. So will die Post mögliche Schwachstellen im System aufdecken und frühzeitig beheben. Die gesuchte Aussensicht von unabhängigen Fachleuten ist ein wichtiges Element in der Entwicklung eines sicheren Systems.
Jetzt liegen auch erste Prüfberichte des Bundes vor. Dieser hat seinerseits unabhängige Experten aus Wissenschaft und Industrie beauftragt, das E-Voting-System der Post zu prüfen und Berichte zuhanden des Bundes zu erstellen. Die Bundeskanzlei hat erste Ergebnisse heute auf ihrer Webseite publiziert. Diese stellen dem System der Post grundsätzlich ein gutes Zeugnis aus. Sie zeigen aber auch auf, wo das System noch klarer dokumentiert und optimiert werden kann. Damit geht das Projekt der Post in die nächste Entwicklungsphase. Die Post hat einen Handlungsplan zur Behebung der gemeldeten Befunde erarbeitet und ihre Kundenkantone sowie die Bundeskanzlei darüber informiert. Die Post behebt die Befunde, bevor sie das System für den Einsatz bereitstellt. Sie zeigt in Berichten auf, wie sie die Meldungen der Prüfberichte umsetzen wird. Diese Berichte sind auf dem Portal E-Voting der Post online aufgeschaltet.
Grosses Echo mit rund 130 Inputs
Die Arbeiten am System sind fortgeschritten. Die Post hat ihre Beta-Version weiterentwickelt und mehrere Releases veröffentlicht. Ein Teil der Befunde aus den ersten Ergebnissen der Prüfungsberichte ist bereits gelöst und im neuesten Systemrelease umgesetzt. Weitere Überarbeitungen folgen. Dank der Analysen und Tests von weltweiten Fachleuten hat die Post seit der schrittweisen Veröffentlichung ihrer Systemdokumente ab Januar 2021 aus der internationalen Fachwelt rund 130 Meldungen erhalten. Darunter sind vier Befunde des Schweregrads «hoch». Die Post hat zu den vier Befunden Lösungsvorschläge vorgelegt oder die Korrektur im System bereits umgesetzt. Es ist bisher kein Befund des höchsten Schweregrades «kritisch» eingegangen. Die Post hat bis heute Befunde gesamthaft mit rund 97 000 Franken belohnt.