Quartalsergebnis im erwarteten Rahmen – Handlungsdruck bleibt
Trotz eines anspruchsvollen Umfelds hat die Post im ersten Quartal 2026 ein Betriebsergebnis (EBIT) von 94 Millionen Franken erzielt. Das Resultat liegt im erwarteten Rahmen und zeigt, dass die letztjährigen Effizienz- und Preismassnahmen greifen. Gleichzeitig bleibt deutlich: Die Post steht weiterhin vor Herausforderungen, der Handlungsdruck bleibt. Vor allem aufgrund der sinkenden Briefmengen brechen der Post kontinuierlich wichtige Einnahmen weg.
- Die Schweizerische PostLesezeit 4 Minuten
Handlungsdruck bleibt bestehen
Die Post bietet ihren Kundinnen und Kunden zeitgemässe Dienstleistungen an. Das zeigt sich auch in den Zahlen. Im ersten Quartal wächst die Kundennutzung bei digitalen Angeboten. So haben Kundinnen und Kunden die Post-App in den ersten drei Monaten 17,4 Millionen Mal genutzt. Das entspricht einer Zunahme von rund 50 Prozent im Vergleich zur Vorjahresperiode. Die steigende Paketmenge (+4,4 Prozent), das Wachstum bei unadressierten Werbesendungen (+7,7 Prozent) sowie Effizienzmassnahmen, Preisanpassungen und saisonale Effekte tragen zu einem besseren Betriebsergebnis als im Vorjahr bei. Positiv entwickelten sich im ersten Quartal auch die um 4 Prozent gestiegenen Fahrgastzahlen bei PostAuto. Trotz des SNB-Leitzinses von 0 Prozent profitiert PostFinance von ihrer langfristig ausgerichteten und ausgewogenen Anlagestrategie und konnte dadurch das Zinsergebnis stabil halten. Mit 94 Millionen Franken ist der Post-EBIT um 37 Millionen höher gelegen als im gleichen Zeitraum 2025. Der Konzerngewinn steigt um 28 Millionen Franken auf 64 Millionen Franken.
Handlungsdruck bleibt bestehen
Dieses Ergebnis darf aber nicht über die Herausforderungen der Post hinwegtäuschen: Sowohl die Einzahlungen am Schalter (-10,6 Prozent) wie auch das Briefgeschäft (-4,2 Prozent) sind rückläufig bei weitgehend fixen Kostenstrukturen. Vor allem aufgrund der sinkenden Briefmengen brechen der Post kontinuierlich wichtige Einnahmen weg. Im Brief- und Zeitungsgeschäft beträgt der Umsatzrückgang rund 85 Millionen Franken pro Jahr. «Der Markt ist anspruchsvoll, die geopolitische Lage unsicher und der Handlungsdruck bleibt. Wir schärfen unsere Strategie, stärken unser Kerngeschäft, wachsen fokussiert und werden als Organisation einfacher und schneller», sagt Alex Glanzmann, Finanzchef der Post.
Kerngeschäft stärken, Wachstum fokussieren, schneller werden
Für eine finanziell tragfähige Grundversorgung ohne Steuergelder schärft die Post ihre bestehende Strategie bis 2030. Sie stärkt dabei ihr Geschäft der Logistik, Kommunikation, Mobilität sowie Finanzdienstleistungen und setzt primär auf fokussiertes organisches Wachstum in diesen Kernmärkten statt auf Akquisitionen. Auch gehören weiterhin Preismassnahmen dazu. Zudem wird die Post ihre internen Kosten laufend senken müssen. In den internen Bereichen werden in den kommenden Jahren die Abläufe vereinfacht, um schneller zu werden. Die entsprechenden Prozesse laufen aktuell.