Halbjahresergebnis auf Niveau der Vorjahre – Zukunft bleibt anspruchsvoll
Die Post hat im ersten Halbjahr 2026 ein Betriebsergebnis (EBIT) von 173 Millionen Franken erzielt. Das Ergebnis bewegt sich damit auf dem Niveau der vergangenen Jahre. Der Betriebsertrag beträgt 3670 Millionen Franken, der Gewinn 139 Millionen Franken. Hauptgründe dafür sind ein gestärktes Kerngeschäft, mehr versendete Pakete und Preismassnahmen sowie auch ein besseres Anlagegeschäft von PostFinance. Die Post ist auf Gewinne angewiesen: Sie finanziert damit die flächendeckende Grundversorgung, investiert stetig in ihre Infrastruktur und passt ihr digitales und physisches Angebot den veränderten Kundenbedürfnissen an. Das Kundenverhalten steht auch im Fokus in der vom Bundesrat vorgeschlagenen, modernisierten Postgesetzgebung, die die Post unterstützt.
Halbjahresergebnis auf Niveau der Vorjahre – Zukunft bleibt anspruchsvoll
Das Betriebsergebnis der Post von 173 Millionen Franken (Vorjahr: 118 Millionen) bewegt sich auf einem Niveau vergleichbar mit den Ergebnissen von 2023 und 2024. Der Gewinn liegt bei 139 Millionen Franken, der Betriebsertrag bei 3670 Millionen Franken. Zum Ergebnis beigetragen haben 5,6 Prozent mehr Pakete, die die Kundinnen und Kunden verschickt haben. Aber auch das bessere Anlagegeschäft und der tiefere Personalaufwand bei PostFinance sowie auch vereinfachte Prozesse und die Preismassnahmen der Post haben dazu geführt. Trotz dieser positiven Entwicklung bleibt der Handlungsdruck bestehen: «Von jedem Franken Umsatz bleiben uns am Schluss weniger als 5 Rappen EBIT», erklärt Alex Glanzmann, Finanzchef der Post. «Mit diesem Ertrag finanzieren wir die Grundversorgung, die uns jährlich rund 365 Millionen Franken kostet. Und wir bauen damit die von der Kundschaft gewünschten digitalen Angebote und unsere Infrastruktur aus. Mit den sinkenden Mengen bei den Briefen und am Schalter braucht es eine Vielzahl von Massnahmen, um das Ergebnis auf diesem Niveau zu halten. Diesen Weg gehen wir konsequent weiter.»
Post entwickelt zeitgemässe Angebote, die einem Bedürfnis entsprechen
Die Briefmenge ist im ersten Halbjahr 2026 um weitere 5 Prozent gesunken, die Einzahlungen am Schalter sind um 11 Prozent zurückgegangen. Das sind keine Ausreisser, sondern eine unumkehrbare Entwicklung: In den letzten zehn Jahren haben die Kundinnen und Kunden 38 Prozent weniger Briefe verschickt. Die Bareinzahlungen sind um 68 Prozent zurückgegangen. Gleichzeitig setzen immer mehr Kundinnen und Kunden auf digitale Dienstleistungen: Bereits rund 630000 Nutzerinnen und Nutzer haben in der Post-App den Empfang digitaler Briefe aktiviert, dreimal so viele wie vor einem Jahr. Das neue Angebot «Meine digitale Post» zählt über 1,4 Millionen Nutzerinnen und Nutzer und die Post-App kam im ersten Halbjahr 38,3 Millionen Mal zum Einsatz. Das sind 57,6 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Das zeigt, dass die Post neue Angebote entwickelt, die den Bedürfnissen ihrer Kundinnen und Kunden entsprechen.
Kerngeschäft stärken, Wachstum fokussieren, schneller werden
Die neuen Angebote und das Paketwachstum vermögen den Rückgang bei den Briefen und bei den Bareinzahlungen allerdings noch nicht zu kompensieren. Deshalb stärkt die Post ihr Kerngeschäft in der Logistik, in der Kommunikation, in der Mobilität und bei Finanzdienstleistungen und setzt primär auf organisches Wachstum. Zum Beispiel investiert die Post rund 200 Millionen Franken in ein neues regionales Paketzentrum in Frauenfeld, wo sie ab Ende 2029 bis zu 12 000 Pakete pro Stunde sortieren kann. Zudem wird die Post ihre internen Abläufe weiter vereinfachen und ihre Kosten weiter senken, wie sie dies zuletzt mit den Effizienzmassnahmen im IT-Bereich getan hat. Die kommunizierten Preismassnahmen sind ein weiteres notwendiges Mittel, mit dem die Post dem Handlungsdruck begegnet. Gleichzeitig ist wichtig, dass sich nicht nur die Post entlang der Kundenbedürfnisse weiterentwickelt, sondern dass auch der Grundversorgungsauftrag modernisiert wird. Dazu laufen derzeit die politischen Prozesse.
Grafik
Kennzahlen
Kennzahlen Konzern
Kennzahlen Konzern
Kennzahlen
Einheit
Jahr 2025
1. Halbjahr 2025
1. Halbjahr 2026
Betriebsertrag³
Mio. CHF
7 305
3 615
3 670
Betriebsergebnis (EBIT)¹
Mio. CHF
332
118
173
Konzerngewinn³
Mio. CHF
315
74
139
Bilanzsumme
Mio. CHF
111 644
114 003
113 740
Eigenkapital
Mio. CHF
11 078
10 838
11 061
Investitionen
Mio. CHF
505
184
253
Personalbestand Konzern
PE²
35 385
35 478
35 041
¹ Das Betriebsergebnis entspricht dem Ergebnis vor nicht operativem Finanzerfolg und Steuern (EBIT).
² PE = Personaleinheit. Durchschnittsbestand umgerechnet auf Vollzeitstellen, ohne Lernpersonal.
Gesetzesmodernisierung ist eine Chance für die Schweiz
Der Bundesrat schlägt eine Modernisierung der Grundversorgung vor, die dem veränderten Kundenverhalten gerecht wird. Ab ca. 2035 soll die Grundversorgung dynamisch an die tatsächlichen Bedürfnisse der Kundinnen und Kunden angepasst werden können. Sie würde schrittweise entlang der Nutzung der Dienstleistungen erfolgen. Die Post begrüsst diesen Schritt, weil das Kundenverhalten im Zentrum steht und er der Post erlaubt, ihre Kostenstruktur grundlegend anzupassen, was wiederum den Kundinnen und Kunden über eine moderate Preisentwicklung zugutekommt.
Gleichzeitig kann die Post ihre Angebote weiterentwickeln sowie physische und digitale Dienstleistungen kombinieren. Für die Post bleibt zentral, dass sie weiterhin unternehmerisch handeln kann. Das erlaubt ihr, innovativ zu bleiben und die Grundversorgung weiterhin eigenfinanziert zu erbringen. Mehr dazu: Neues Postgesetz: Kundenbedürfnisse rücken stärker in den Fokus